24.01.2007
Bundesweiter Hydraulikservice Pirtek entwickelt Programm zum Schlauchmanagement / Outsourcing der professionellen Hydraulikwartung und -reparatur bringt Kostenersparnis und Sicherheit / Durch immer höhere Drücke werden Defekte an Schlauchleitungen zunehmend kritischer / Gesetzliche Vorschriften und Normen gewinnen an Bedeutung
Köln (hds).- Anfang 2008 wird die neue berufsgenossenschaftliche Regel mit der Kennung BGR 237 „Hydraulikschlauchleitungen – Regeln für den sicheren Umgang“ die noch gültige ZH1/74 ersetzen. Diese neue Regel ist sehr viel ausführlicher und detaillierter. Sie informiert den Betreiber einer Hydraulikanlage umfassender als je zuvor, wie Schäden verhindert werden können, erläutert Prüfumfänge und -kriterien und gibt Tipps und Einbauhilfen. Umfangreich bebildert bietet sie eine exzellente Grundlage zur Verbesserung der Sicherheitsmaßnahmen beim Betreiben von Hydraulikleitungen.
Normen, Zertifizierungen, Standards: Ein Zeichen für Qualität
„Eine solche Regel war längst fällig“ schildert Ulrich Kotthaus, Pirtek Wuppertal. „Denn Hydraulik wird zwar immer leistungsfähiger und effektiver. Dies hat andererseits aber auch zur Konsequenz, dass zunehmend mehr Gefahr von Schlauchleitungen ausgeht, weil Arbeitsdrücke höher werden und Belastungen durch längere Laufzeiten und schnellere Maschinen steigen.“ Arbeitssicherheit, Vorschriften zum Brand- und Umweltschutz und nicht zuletzt auch Qualitätsmanagement gewinnen daher immer mehr an Bedeutung – besonders in einer globaler werdenden Welt mit immer diffizileren wirtschaftlichen Verflechtungen. Zum einen rechtfertigen diese festgelegten Kriterien ein angemessenes Vertrauen in die Herstellung eines Erzeugnisses oder einer Leistung. Zum anderen werden Gefahrenquellen für Mensch und Umwelt minimiert.
Immerhin setzen 887.770 Unternehmen und Organisationen in 161 Nationen und Ländern setzen die europäischen Normen ISO 9001:2000 und 14.001 um. Während Erstere die Kriterien für Qualitätsmanagement in der Industrie festlegt, beschreibt die ISO 14.001 die Bedingungen für Rechtskonformität und Umweltleistungen. Auch alle von Pirtek eingesetzten Materialien stammen von zertifizierten Lieferanten.
Hydraulikwartung in der Industrie: Teuer und aufwändig
Für die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften sind Hersteller und Betreiber von Anlagen und Maschinen immer verantwortlich. Schläuche gelten als Verschleißteile und müssen daher regelmäßig gewartet und ausgetauscht werden. Daher stellt die gesamte Hydraulik für Betriebe einen großen – und vor allem kostenintensiven – Bereich dar. Laut Fachausschuss-Informationsblatt Nr. 015 zum „Prüfen und Auswechseln von Hydraulik-Schlauchleitungen“ des Fachausschusses Maschinenbau, Fertigungssysteme und Stahlbau müssen Schläuche unter normalen Bedingungen spätestens nach sechs Jahren ausgetauscht werden, erhöht beanspruchte Hydraulik-Schlauchleitungen nach maximal zwei Jahren Betriebsdauer.
Kommt es dennoch zu Leckagen oder Defekten am Schlauch, steht nicht selten die ganze Maschine still und immense wirtschaftliche Schäden entstehen. Im Fall von Schlauchplatzern oder Ölaustritten kommen Feuer- und Brandgefahr sowie möglicherweise sogar verheerende Personen- und kostenintensive Umweltschäden hinzu.
Die Thyssen Krupp VDM GmbH in Werdohl, einer der weltweit führenden Hersteller von Hochleistungswerkstoffen für anspruchsvolle Anwendungen und Verfahren, hat diese wachsende Problematik schon vor einiger Zeit erkannt. Bislang fanden die Verantwortlichen jedoch keine Alternative zur betriebsinternen Regelung des gesamten Bereiches Hydraulikwartung und Reparatur. Erst mit dem Programm „Schlauchmanagement“ von Pirtek, das speziell für die Industrie entwickelt wurde, hat das Unternehmen nun eine optimale Lösung gefunden.
Erster Schritt: Systematische Vorgehensweise und Erfassung
Die Auslagerung dieses Bereiches an Pirtek beginnt mit einer systematischen Erfassung aller im Betrieb vorhandenen Schlauchleitungen. Sämtliche technischen Details werden in tabellarischer Form gelistet und jeder einzelne Schlauch bekommt seine eigene individuelle Identifikationsnummer. „Somit hat jeder Schlauch seinen eigenen ‚Pass’“, beschreibt Joachim Gasper, Leiter Marketing & Geschäftsentwicklung bei Pirtek Deutschland GmbH, das System.
„‚Alle großen Dinge sind einfach“, zitiert Gasper Winston Churchill. „Unser Kennzeichnungssystem ist einfach und übersichtlich.“ Die Nummer des Schlauches wird auf einer farbigen Banderole um den Schlauch geklebt. In jedem Kalenderjahr haben diese eine andere Farbe, so dass auf den ersten Blick sichtbar ist, in welchem Jahr ein Schlauch eingebaut wurde, und wann er gewechselt werden muss. Die Banderolen sind zudem aus reißfestem, Öl- und Wetter resistentem Material und extrem belastbar. Zusätzlich können diese noch mittels transparentem Kunststoffüberzug geschützt werden. Aufgedruckt: die bundesweite Hotline von Pirtek, die zudem einen 24-Stunden-Service beinhaltet.
Bei Thyssen Krupp VDM hat sich das System bisher bewährt. Die Bestände werden tabellarisch in zweifacher Ausfertigung erfasst. Eine Liste verbleibt im Betrieb für die Werks- oder Betriebsleiter (sowohl gedruckt als auch digital), eine Liste im Pirtek Center. Alle Beteiligten können aufgrund der Nummer auf der Banderole leicht die Daten und Einzelheiten eines jeden Schlauches sofort identifizieren. Der Maschinenführer muss im Falle eines Defektes lediglich Pirtek anrufen und die Schlauchnummer ablesen. Innerhalb einer Stunde nach Auftragseingang ist Hilfe vor Ort – zu jeder Tages- und Nachtzeit!
Schneller und übersichtlicher
„Pirtek ist eigentlich schneller als wir in unserem eigenen, großen Werk agieren können“ erklärt Andreas Deitmerg, Leiter Mechanische Instandhaltung bei Thyssen Krupp VDM. „Denn bis unser interner Instandhalter gerufen ist, dieser den Schlauch ausgebaut, identifiziert und in der werkseigenen Reparaturwerkstatt neu angefertigt hat, vergeht mehr als eine Stunde. „Und man muss bedenken“, so Deitmerg „dass selbst unsere erfahrensten Mitarbeiter nicht ansatzweise so professionell Schläuche herstellen und ersetzen können wie die Pirtek Service-Techniker. Diese machen das den ganzen Tag und sind daher wesentlich routinierter...“ Pirtek kommt zudem mit der mobilen Werkstatt bis ins Werk, fährt so dicht wie möglich an die defekte Maschine heran und repariert sofort.
Kein teures Hydrauliklager mehr
Einen ganz anderen Aspekt dieses Outsourcings betont Volker Lindemann, Manager Public Relations / Marketing & Regional Management: „Aufgrund der professionellen Abwicklung, stetigen Verfügbarkeit und umfangreichen Ausrüstung von Pirtek können wir unser kostenintensives Hydraulik-Lager nun abschaffen. Das war für die Geschäftsführung ein gewichtiges Argument. Die ständige Bevorratung von Schläuchen und Armaturen verschlingt immense Kosten. Für den Notfall muss stets eine ausreichende Zahl an Schläuchen aller Größen und Gattungen bevorratet werden, inklusive des notwendigen Reparaturwerkzeugs und der Presse. Die Hydraulikschläuche sind nur begrenzt haltbar und werden im besten Fall gar nicht benötigt. Wenn der Lagerbestand bei Wartungsarbeiten endlich zum Einsatz kommen könnte, sind die Schläuche selbst oftmals schon zu alt…
Die mobile Service-Werkstatt von Pirtek führt über 1.000 Artikel an Bord: Alle gängigen Schläuche und Armaturen, Schlauchpresse- und säge sowie das Equipment, dass zur professionellen Arbeit mit Öl erforderlich ist. Jeder beliebige Schlauch kann so schnell und überall konfektioniert werden. „Außerdem garantieren die speziell ausgebildeten Service-Techniker von Pirtek die Einhaltung sämtlicher Anforderungen und Normen. Die machen schließlich nichts anderes“, resümiert Lindemann.
Reparatur und Wartung: Immer und überall
Die Flexibilität und Einsatzbereitschaft – auch für Wartungsarbeiten – sind insbesondere für Industrie-Unternehmen, die im Schichtbetrieb arbeiten, von außerordentlicher Bedeutung. Traditionelle Öffnungszeiten von Werkstätten passen nicht mehr zu modernen Unternehmen mit ‚just in time-Produktion’: Pirtek kommt, wann immer es dem Unternehmen passt – auch nachts und am Wochenende. So gibt es bei Thyssen Krupp VDM in Werdohl zum Beispiel spezielle Reparaturtage oder -wochen. Dann steht die Maschine still und Pirtek kann Schläuche ersetzen.
Auch die Aluminium-Gießerei Schiefelbusch im Westerwald – ein mittelständischer Auto-motive-Zulieferer – hat Pirtek mit dem Schlauchmanagement beauftragt. Dort werden Wartungsarbeiten am Wochenende bevorzugt. Denn auch bei Schiefelbusch sind Hunderte von Schläuchen im Einsatz – in unterschiedlichen Größen, Stärken, Funktionen und Beanspruchungen. Ein ausgeklügeltes Managementsystem gab es bislang nicht. Doch im Zuge von Brandschutzmaßnahmen und Qualitätsmanagement hat Willi Schiefelbusch den gesamten Bereich Hydraulik an Pirtek ausgelagert.
Vorschriften und Normen, die regelmäßige und professionelle Wartung der Hydraulik-Schlauchleitungen betreffen:
Maschinenrichtlinie 2006/42 EG (Hydraulikschlauchleitungen und Verbindungstechnik); DIN EN 982 für sicherheitstechnische Anforderungen an fluidtechnische Anlagen; DIN 20006-2002 für Schlauchleitungen und viele branchenspezifische Normen und Richtlinien
Arbeitsrechtliche Vorkehrungen für den sicheren Betrieb der Anlagen und Maschinen (laut ZH1/74 gem. BG); Betriebssicherheitsverordnung (gesetzliche Grundlage zu den Prüfpflichten von Arbeitsmitteln für Betreiber, darunter fallen auch Schlauchleitungen); Einmal jährlich Prüfung auf arbeitssicheren Zustand Schläuche; Brandschutzbestimmungen; Berufsgenossenschaftliche Bestimmungen für Hydraulik-Schlauchleitungen: ZH1/74 „Sicherheitsregeln für Hydraulikschlauchleitungen“. Diese wird Anfang des Jahres 2008 durch die neue Regel BGR 237 ersetzt.
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