 28.02.08
Schon den zweiten Tag in Folge profitiert Deutschlands größer Autovermieter von einem positiven Medienbericht. Die Sixt-Aktie setzt sich an die Spitze des SDax, seit Montag hat sie über zehn Prozent gut gemacht.
Am Mittwoch steigen Sixt-Papiere um bis zu 6,9 Prozent. Dabei ist die positive Nachricht hinter diesem Kursausschlag eigentlich ein alter Hut - zumindest in Börsenzeitrechnung: Bereits am Montagabend hieß es in einer Vorabmeldung, dass Sixt-Chef Erich Sixt ein Umsatzwachstum von 50 Prozent in den kommenden fünf Jahren anpeilt.
'In den kommenden fünf Jahren halte ich eine Größenordnung von 3 Milliarden Euro für machbar, wenn wir organisches Wachstum, Franchise-Umsätze und mögliche Akquisitionen zusammenrechnen', sagte Sixt der Zeitung 'Die Welt' (Dienstagsausgabe). In diesem Zusammenhang bekräftigte er, das Unternehmen könne sich Zukäufe besonders in Frankreich und Spanien vorstellen. Die Mittel für die größere Übernahmen habe sein Haus, sagte der Unternehmenspatriarch. 'Wenn wir wollten, könnten wir beachtliche Investitionen stemmen.'
Auf die Schulter geklopft
Im Zuge der weltweiten Konsolidierung der Branche wird es nach seiner Einschätzung künftig 'außer Sixt noch Hertz, Avis und vielleicht Enterprise geben, die global aufgestellt sein werden'. Ein weltweites Netz lasse sich schließlich nicht über Nacht erschaffen. 'Ich sehe derzeit niemanden, der in dieses Quartett einbrechen könnte', sagte Sixt.
Zugleich bestätigte Sixt gegenüber der Zeitung die bisherige Prognose: 'Sixt hatte 2007 erneut ein Rekordjahr.' Die Prognose, beim Umsatz aus Vermietung und Leasing um zehn Prozent im Vergleich zu 2006 zu wachsen, habe Bestand. 2006 hatte das Unternehmen aus Autovermietung und Leasing 1,2 Milliarden Euro umgesetzt. Einschließlich Franchise-Nehmern dürften die Erlöse laut einem Unternehmenssprecher 2007 bei knapp 2 Milliarden Euro gelegen haben. Seine Zahlen für 2007 will Sixt am 13. März vorlegen.
Auch charttechnisch interessant
Die Vorschusslorbeeren erntet Sixt allerdings schon jetzt. Dabei ist die derzeitige Situation auch unter charttechnischen Gesichtspunkten hochinteressant: Sollte es der Sixt-Aktie gelingen, die langfristige Widerstandslinie, die bei etwa 28 Euro verläuft, nachhaltig zu durchbrechen, wäre der Weg nach oben bis auf etwa 32 Euro, anschließend gar bis auf 38 Euro erst einmal frei.
Wolfgang Fickus geht sogar noch einen Schritt weiter: Das Kursziel bleibe bei 44 Euro, schreibt der Analyst der WestLB in einer Studie vom Dienstag. Die WestLB stuft die Aktie von Sixt unverändert mit 'buy' ein. Der Markt habe zu große Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen einer möglichen konjunkturellen Schwäche und dem Geschäftszyklus des Autovermieters. Die Bewertung des Titels sei auf einem historisch niedrigen Niveau angelangt. (ard)
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