 22.07.05 - Die Ambitionen waren ehrgeizig – offenbar viel zu ehrgeizig: Die mitunter als "Zukunft des europäischen Automobilhandels" auftretende Franchise-Autohandels-gruppe Autowelt AG ist zahlungsunfähig.
Das zuletzt in Pforzheim ansässige Unternehmen hat laut Mitteilung des zuständigen Gerichts einen Insolvenzantrag gestellt. Der Geschäftsbetrieb der Autowelt AG ruht, die Gläubigerbanken haben Fahrzeuge gesichert und abholen lassen.
Im vergangenen Jahr wurden in Autowelts 39 Franchise-Filialen, die sich vornehmlich aus freien Autohändlern rekrutierten, nach Angaben des Unternehmens 2.800 Fahrzeuge, insbesondere Re-Importe, verkauft. Der Umsatz lag bei 20,5 Mio. Euro, das Betriebsergebnis vor Steuern bei 270.000 Euro. Für Ende 2008 hatte Unternehmenschef Siefert über 100 Mio. Euro Umsatz und drei Mio. Euro Gewinn avisiert.
Es sieht nicht danach aus, als ob Autowelt-Geschäftsführer und Hauptgesellschafter Peter Siefert in Kürze wieder im Autogeschäft aktiv mitmischen wird. Denn parallel zu dem finanziellen Aus ermittelt die Staatsanwaltschaft Pforzheim gegen das Unternehmen. Am 7. Juli durchsuchten Beamte diverse Betriebe der Autowelt AG. Der Verdacht lautet Insidern und Medienberichten zufolge u.a. auf Falschbeurkundung und Betrug. In den vergangenen Jahren hätten sich mehrere Kunden des Unternehmens über dessen Geschäftspraktiken beschwert. Angeblich habe Autowelt in der Vergangenheit u.a. gebrauchte EU-Fahrzeuge als Neuwagen deklariert und verkauft. Als Kunden die Garantie einforderten, sei die Täuschung aufgeflogen.
Die Autowelt AG hatte zuletzt Aufsehen damit erregt, an die Börse gehen zu wollen. Nach der Ankündigung im Februar dieses Jahres, nahm das Unternehmen am 6. Juli offiziell Abstand von seinen Plänen, mit Hilfe der Übernahme der insolventen German Brokers AG den Gang aufs Frankfurter Parkett zu wagen.(www.franchising-network.de, autohaus online)
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