31.01.07 - Bis vor wenigen Jahren war die Modewelt noch wohlgeordnet. Camper stand für gummibesohlte Schuhe, Diesel für Jeans und von Boss für solide Anzüge aus Metzingen. Aber heute? Wer Barcelona besucht, kann nicht nur zwischen mehreren Camper-Schuhgeschäften wählen, sondern auch gleich im Camper Hotel einchecken. Diesel produziert alles, was urban, schräg und am Körper zu tragen ist. Und Boss ist schon längst nicht mehr ausschließlich für „Männer über 30“.
Es sind nicht allein die höheren Umsätze, die Modeunternehmen dazu verleiten, sich über ihr Kerngeschäft hinaus in andere Segmente zu wagen. Wer im globalen Modegeschäft eine Rolle spielen will, muss ein bestimmtes Lebensgefühl verkaufen - und das transportiert sich leichter mit Hilfe von Miniröcken und Schmuck als allein durch Herrenoberbekleidung.
Trend zu Monomarken-Geschäften
Da für die Vermarktung von Lebensgefühl die Präsentation des Produktes ebenso wichtig ist wie das Produkt selbst, wenden sich immer mehr Hersteller mit ihrer Präsentation direkt an den Endverbraucher. Die Statistik beweist, was der Spaziergang durch eine Einkaufsmeile in einer beliebigen europäischen Großstadt schon länger vermuten lässt. Es gibt einen Trend zu Monomarken-Geschäften. Ob als Franchise, als Shop-in-Shop-Konzept oder in Eigenregie - zunehmend werden nur noch Artikel einer Marke präsentiert. Esprit oder Mexx, die schon seit längerer Zeit eigene Läden führen, bauen ihr Netz aus.
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