15.03.07 - Die neue Top-100-Liste der größten Gastronomie-Betriebe besteht fast nur aus Schnellrestaurants, eine Domäne des Franchising.
Für das langsame, bewusste und genießerische Essen stehen die erfolgreichsten Systemgaststätten Deutschlands kaum: In den Top 100 der deutschen Restaurantbetriebe dominieren vor allem Fastfood-Ketten, Kaufhausrestaurants, Caterer, Rasthäuser und Großbäcker.
Während sich der Rest der Branche derzeit schwer tut, wuchs der Umsatz der hundert größten Brachenvertreter um 7,6 Prozent - der höchste Wert seit 1995. Dies geht aus der aus einer Untersuchung der Fachzeitschrift food-service hervor, die auf der Gastromesse Internoga in Hamburg vorgestellt wurde.
Besonders vorteilhaft erwies sich die Entwicklung für den Branchenprimus McDonald's, der seine führende Position weiter ausbauen konnte. Die zuletzt wachstumsschwache Deutschland-Tochter des US-Multis schaffte ein Umsatzplus von gut sechs Prozent, obwohl sie kaum neue Restaurants eröffnete.
McDonald's Deutschland baut aber sein neues Coffeeshop-Geschäft weiter aus und will jährlich 160 neue McCafés innerhalb der bestehenden Schnellrestaurants aufmachen. Bei den Coffeeshops expandiert auch die US-Kette Starbucks, die die Zahl ihrer Geschäfte von 50 auf 100 in diesem Jahr erhöhen will.
Auch die Sandwichkette Subway, die in der neusten Spiegel-Ausgabe wegen ihres „unkontrollierten Wachstums“ stark kritisiert wird (wir werden noch darüber berichten), kam auf hohe Wachstumsraten: Mit ihren gut 4000 Geschäften schob sie sich bereits auf den 15. Platz bundesweit vor.
Insgesamt steigerten die 100 größten deutschen Gastronomie-Unternehmen den Umsatz um 7,6 Prozent auf 9,4 Milliarden Euro ohne Mehrwertsteuer, während der Gesamtmarkt 1,9 Prozent real verlor. Am Gesamtmarkt weisen die Schnellrestaurants einen Anteil von etwa 50 Prozent auf.
85 der 100 größten Gastro-Unternehmen verbuchten 2006 einen Umsatzzuwachs, im Jahr 2005 waren dies nur 77, wie food service weiter berichtete.
Die Gastronomie profitierte vom Aufschwung in Deutschland, auch die Fußball-WM brachte einen Wachstumsimpuls, wie es hieß. Von dem sportlichen Großereignis profitierten Stadion-Gastronomen wie Arena One oder Aramark ebenso wie die gesamte Cateringbranche. (SZ)
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