11.04.07 - Früher beschränkte sich der Gebrauchtmöbelmarkt im Wesentlichen auf Antiquitäten. Inzwischen gibt es nahezu jeden Einrichtungsstil aus zweiter Hand.
In Köln-Zollstock finden Interessenten auf einer Fläche von circa 1.500 Quadratmetern nahezu alles an Heimbedarf - mit Ausnahme von Textilien. Vom gebrauchten Klimagerät für 69 Euro über Entsafter, Brotbackautomat, Espressomaschine bis zu Wohnzimmerschrankwand, Etagenbett, Couchtisch und Sessel.
Vor sieben Jahren eröffnete Troc International, „Europas größte Gebrauchtwarendepot- und Kaufhauskette“ ihre erste Niederlassung in Köln. Inzwischen ist das Franchise-Geschäftsmodell insgesamt siebenmal in Deutschland vertreten, dreimal allein in Köln.
Die Ausstellungsfläche bietet einen wunderbaren Kontrast zur Hightech- und Designwelt, die jährlich in Köln während der Internationalen Möbelmesse zur Schau gestellt wird. Man blickt auf Dutzende von Lampen, die ihre strahlendste Zeit längst hinter sich haben, kann sich an einer lavendelfarbenen Lümmellandschaft aus Leder weiden, erspäht inmitten des Sammelsuriums aus Stilmöbeln eine alte Singer-Nähmaschine auf gusseisernem Gestell oder ein Klavier für 489 Euro. Und unverhofft wird der Stöberer an einer Vitrine mit einem Augenpaar konfrontiert, das zu einem Fuchskopf als „Boa-Ende“ gehört und zum Preis von neun Euro den Hals seiner neuen Besitzerin schmücken könnte.
Die Braunsfelder Filiale auf der Aachener Straße erweist sich nach Angaben ihres Leiters Christos Papadopoulos noch öfter als Fundgrube für hochwertige Möbelstücke oder Design-Schnäppchen. Was Papadopoulos „Ebay zum Anfassen“ nennt, sei vielen Antiquitätenhändlern zunehmend „ein Dorn im Auge“, weil hier bisweilen interessante antike Stücke landeten, für die man anderswo viel mehr zahlen müsse. „Außerdem kommen mittlerweile auch die Filmstudios auf uns zu, die den Set mit unseren Möbeln ausstatten.“ (KStA)
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