16.04.07 - Entweder billig oder Luxus - das scheint das Erfolgsrezept in vielen Branchen zu sein. Doch auch die Mitte funktioniert, wie das Besipiel der Modekette Esprit beweist. Esprit ist zwar teurer als H&M oder Zara, aber kein Luxus-Label wie Boss oder Prada.
In den vergangenen fünf Geschäftsjahren hat sich der Umsatz mehr als verdoppelt auf 23,3 Milliarden Hongkong-Dollar, der Gewinn je Aktie hat sich fast vervierfacht auf mehr als drei Hongkong-Dollar je Aktie. Die im März vorgelegten Zahlen für die erste Hälfte des bis Juni laufenden Geschäftsjahres sprechen für eine weitere starke Expansion: Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 23 Prozent, der operative Gewinn um 27 Prozent.
Der Erfolg spiegelt sich auch im Aktienkurs wider: 2003 war die Aktie zeitweise noch für weniger als 20 Hongkong-Dollar zu haben, vor wenigen Tagen wurde fast die Marke von 100 Hongkong-Dollar geknackt. Allein in diesem Jahr hat die Aktie zehn Prozent.
Der Textilkonzern mit Sitz in Hongkong und Ratingen ist gemessen am Umsatz weltweit die Nummer vier hinter Gap, H&M und Zara. Esprit betreibt 640 Shops in mehr als 40 Ländern. Laut Zwischenbericht vom März will Esprit in der zweiten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres 30 neue Filialen eröffnen.
„Wir haben einen Stil, den sehr viele Menschen in allen Ländern der Welt mögen. Wir sind neotraditionell, sprich modern, schlicht und jung, aber nicht ausgefallen, nicht trendy“, sagte Thomas Grote, Chef der Modemarke, kürzlich im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung
Eine sehr große Zielgruppe mit dem nötigen Geld wolle sich so kleiden. „Nicht alle wollen Trendsetter sein und schrill und ausgefallen rumlaufen“, sagte Grote. „Zara orientiert sich an Catwalk-Mode, bei uns ist schon das Wort 'Mode' verboten. Mode verführt. Wir betrachten unser Geschäft ganz nüchtern.“ Grote löste 2006 Heinz Krogner als Esprit-Chef ab, der an die Spitze der in Hongkong notierten Esprit-Holding wechselte.
|