27.07.07 - Die Kunden von Bernd Stange sind preisbewusst. Eine ältere Dame fragt den Apotheker nach einer Körpermilch. „Ich würde gerne wissen, was das bei Ihnen kostet“, sagt sie und schaut Stange erwartungsvoll an. Er nennt den Preis und fügt hinzu: „Das ist deutlich günstiger als bei der Konkurrenz.“ Die Dame nickt zufrieden. Mehr will sie erst einmal nicht wissen. Vielleicht kommt sie später wieder.
Bernd Stange betreibt seit Anfang März die erste DocMorris-Partnerapotheke in Berlin. Statt des roten „A“ prangt in den Räumen in Pankow nun überall ein grünes Kreuz, das Logo des holländischen Medikamentenversenders. Zwei Apotheken gibt es in der direkten Nachbarschaft. Bei der einen heißt es, man bediene nicht dieselbe Zielgruppe. Bei der anderen möchte man nicht mit dem Konkurrenten verglichen werden. „Wir sind kein Discounter, wir setzen auf Beratung.“
DocMorris ist bei den alteingesessenen Apothekern unbeliebt. So unbeliebt, dass das Bundeskartellamt am Mittwoch vor einer Woche die Büros der Apothekerverbände Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Thüringen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg durchsucht hat. Sie sollen angeblich zum Boykott des Pharmalieferanten Gehe aufgerufen haben. Gehe gehört zum Celesio-Konzern, der DocMorris vor knapp drei Monaten übernommen hatte. „Die Vorwürfe sind völlig unbegründet“, sagt Thomas Bellartz, Sprecher der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA). Noch sind die Ermittlungen nicht abgeschlossen. Sicher ist allerdings, dass die Apotheker kein Interesse haben, über Arzneimittel-Einkäufe gleichzeitig den Konkurrenten DocMorris zu stärken. (Rheinischer Merkur)
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